Schimmel in der Wohnung vermeiden: Was im Alltag wirklich hilft
Schimmel ist eines dieser Themen, über das niemand gerne spricht, das aber deutlich mehr Wohnungen betrifft, als man denkt. Meistens fällt er erst auf, wenn dunkle Flecken hinter dem Schrank auftauchen oder es im Schlafzimmer plötzlich muffig riecht. Das Ärgerliche daran: Bis dahin hat sich das Problem oft schon über Wochen aufgebaut. Wer Schimmel in der Wohnung vermeiden will, muss aber zum Glück keine Bauexperten anrufen, sondern vor allem ein paar Alltagsgewohnheiten anpassen.
Warum Schimmel überhaupt entsteht
Ganz vereinfacht gesagt braucht Schimmel drei Dinge: Feuchtigkeit, eine kühle Oberfläche und etwas, worauf er wachsen kann, etwa Tapete oder Putz. Feuchtigkeit entsteht dabei ganz normal im Alltag, mehr als den meisten bewusst ist.
- Duschen und Baden setzen große Mengen Wasserdampf frei.
- Kochen ohne Deckel auf dem Topf sorgt für zusätzliche Feuchtigkeit.
- Wäsche, die in der Wohnung trocknet, gibt mehrere Liter Wasser an die Luft ab.
- Selbst Atmen und Schwitzen im Schlaf tragen über die Nacht spürbar dazu bei.
- Zimmerpflanzen geben ebenfalls kontinuierlich Feuchtigkeit ab.
Solange diese Feuchtigkeit regelmäßig nach draußen gelüftet wird, ist das kein Problem. Kritisch wird es erst, wenn sie sich staut und an kalten Wänden niederschlägt.
Richtig lüften ist der wichtigste Hebel
Stoßlüften schlägt Dauerkippen in fast jeder Situation. Mehrmals täglich für fünf bis zehn Minuten die Fenster komplett öffnen, am besten mit Durchzug, tauscht die feuchte Luft schnell gegen trockenere Außenluft aus. Ein dauerhaft gekipptes Fenster dagegen kühlt vor allem den Fensterbereich aus, ohne die Luft wirklich effektiv auszutauschen. Genau an solchen ausgekühlten Stellen setzt sich dann gerne Schimmel fest.
Besonders wichtig ist das Lüften direkt nach dem Duschen und nach dem Kochen, also immer dann, wenn viel Feuchtigkeit auf einmal entsteht. Im Bad hilft es zusätzlich, nach dem Duschen das Wasser von den Fliesen und der Duschwand abzuziehen, das reduziert die Menge, die überhaupt erst verdunsten kann.
Tipps gegen muffigen Geruch im Keller.
Möbel nicht direkt an die Außenwand stellen
Ein großer Kleiderschrank, der bündig an einer kalten Außenwand steht, ist ein Klassiker unter den Schimmelursachen. Hinter dem Möbelstück kann die Luft nicht zirkulieren, die Wand bleibt kalt und Feuchtigkeit sammelt sich genau dort, wo man sie monatelang nicht sieht.
Ein Abstand von etwa fünf bis zehn Zentimetern zur Wand reicht meist schon aus, damit Luft nachströmen kann. Wer auf Nummer sicher gehen will, stellt große Möbel bevorzugt an Innenwände, die deutlich wärmer bleiben.
Nicht zu stark herunterheizen
Aus Sparsamkeit die Heizung in wenig genutzten Räumen komplett auszuschalten, klingt erst mal vernünftig, kann aber nach hinten losgehen. Kalte Wände nehmen Feuchtigkeit deutlich leichter auf als warme. Gerade im Schlafzimmer, wo über Nacht ohnehin viel Feuchtigkeit entsteht, sollte die Temperatur nicht dauerhaft unter etwa 16 Grad fallen.
Auch das Beheizen kühler Räume über die offene Tür zum warmen Wohnzimmer ist keine gute Idee. Die warme, feuchte Luft zieht in den kalten Raum und schlägt sich dort an den Wänden nieder. Türen zu kühleren Räumen also besser geschlossen halten.
Tipps zum Heizkörper entlüften.
Luftfeuchtigkeit im Blick behalten
Ein einfaches Hygrometer für wenige Euro schafft erstaunlich viel Klarheit. Als grober Richtwert gilt eine relative Luftfeuchtigkeit zwischen etwa 40 und 60 Prozent. Wenn der Wert regelmäßig darüber liegt, sollte häufiger gelüftet werden.
Praktisch ist es, ein Hygrometer in den kritischsten Raum zu stellen, meist Schlafzimmer oder Bad. So merkt man schnell, ob das eigene Lüftungsverhalten tatsächlich ausreicht oder ob nachgebessert werden muss.
Wäsche möglichst nicht in der Wohnung trocknen
Eine Maschinenladung Wäsche gibt beim Trocknen mehrere Liter Wasser an die Raumluft ab. Wer keinen Balkon, Keller oder Trockner hat, sollte den Wäscheständer wenigstens in einen gut lüftbaren Raum stellen und während des Trocknens deutlich häufiger lüften als sonst. Das Schlafzimmer ist dafür der denkbar schlechteste Ort.
Erste Anzeichen ernst nehmen
Beschlagene Fensterscheiben am Morgen, ein muffiger Geruch oder leicht wellige Tapete sind Warnsignale, die man nicht wegwischen sollte. Kleine Schimmelflecken lassen sich in vielen Fällen noch selbst behandeln, größere oder immer wiederkehrende Stellen gehören dagegen in professionelle Hände, weil dahinter auch ein Bauschaden stecken kann.
Fazit
Schimmel in der Wohnung vermeiden ist meistens keine Frage von teuren Sanierungen, sondern von Routine. Regelmäßig stoßlüften, Möbel nicht direkt an kalte Außenwände stellen und die Räume gleichmäßig temperieren bringt schon sehr viel. Und wer einmal ein Hygrometer aufgestellt hat, entwickelt ziemlich schnell ein Gefühl dafür, wann es Zeit fürs Fenster ist.





