Fenster beschlagen von innen: Was hilft gegen Kondenswasser?
Beschlagene Fensterscheiben treten besonders häufig in der kalten Jahreszeit auf. Meist sammelt sich das Wasser am unteren Rand der Scheibe oder direkt auf der Fensterbank. Ein wenig Kondenswasser ist nicht automatisch ein Zeichen für einen Baumangel. Tritt das Problem jedoch täglich oder in mehreren Räumen auf, sollte die Ursache überprüft werden.
Dauerhafte Feuchtigkeit kann Fensterdichtungen, Tapeten und angrenzende Wände belasten. Außerdem steigt das Risiko, dass sich Schimmel bildet. Deshalb sollte Kondenswasser nicht einfach stehen bleiben.
Warum bildet sich Wasser an der Fensterscheibe?
Warme Raumluft kann Feuchtigkeit aufnehmen. Trifft sie auf eine kalte Fensterscheibe, kühlt sie dort ab. Ein Teil der enthaltenen Feuchtigkeit schlägt sich anschließend als Wasser auf dem Glas nieder. Dieser Effekt ist besonders stark, wenn die Luftfeuchtigkeit im Raum hoch und die Oberfläche des Fensters sehr kalt ist.
Feuchtigkeit entsteht im Haushalt unter anderem beim Kochen, Duschen, Schlafen und Trocknen von Wäsche. Auch viele Zimmerpflanzen können die Luftfeuchtigkeit erhöhen. In gut abgedichteten Gebäuden entweicht diese Feuchtigkeit nicht von allein, weshalb regelmäßiges Lüften besonders wichtig ist.
Kondenswasser täglich entfernen
Vorhandenes Wasser sollte morgens mit einem saugfähigen Tuch abgewischt werden. Dabei dürfen Fensterrahmen, Dichtungen und die Fensterbank nicht vergessen werden. Das Tuch muss anschließend an einem geeigneten Ort vollständig trocknen.
Das Abwischen beseitigt allerdings nur die sichtbare Feuchtigkeit. Damit die Fenster nicht jeden Tag erneut beschlagen, muss zusätzlich die Luftfeuchtigkeit im Raum reduziert werden.
Tipps zum nachhaltigen Putzen.
Richtig lüften statt Fenster dauerhaft kippen
Kurzes und kräftiges Stoßlüften ist meistens wirksamer als ein über längere Zeit gekipptes Fenster. Beim Stoßlüften wird die feuchte Raumluft zügig ausgetauscht, ohne dass Wände und Möbel stark auskühlen.
Besonders nach dem Duschen, Kochen und Schlafen sollte gelüftet werden. Wenn möglich, werden gegenüberliegende Fenster für kurze Zeit gleichzeitig geöffnet. Dadurch entsteht ein schneller Luftaustausch. Währenddessen können Heizkörper heruntergedreht werden.
Wie oft gelüftet werden muss, hängt von der Raumgröße, der Nutzung und der Zahl der Bewohner ab. Ein Hygrometer hilft dabei, die Luftfeuchtigkeit zu beobachten und nicht nur nach Gefühl zu handeln.
Räume nicht vollständig auskühlen lassen
Sehr kalte Räume neigen stärker zu Kondenswasser, weil Fenster und Außenwände ebenfalls auskühlen. Warme, feuchte Luft aus angrenzenden Zimmern kann sich dann an diesen Oberflächen niederschlagen.
Wenig genutzte Räume sollten daher nicht vollständig auskühlen. Türen zwischen unterschiedlich beheizten Räumen bleiben besser geschlossen. So gelangt weniger warme und feuchte Luft in das kühlere Zimmer.
Möbel und Vorhänge überprüfen
Dicke Vorhänge, breite Fensterbänke oder Möbel direkt vor dem Heizkörper können verhindern, dass warme Luft die Fensterscheibe erreicht. Dadurch bleibt die Scheibe besonders kalt und beschlägt schneller.
Vorhänge sollten die Heizung nicht vollständig verdecken. Auch große Gegenstände auf der Fensterbank können die Luftzirkulation einschränken. Hinter Möbeln an Außenwänden sollte etwas Abstand bleiben, damit die Luft dort zirkulieren kann.
Wann sollte ein Fachbetrieb helfen?
Beschlagen die Fenster trotz angepasstem Heizen und Lüften dauerhaft, können undichte Anschlüsse, Wärmebrücken oder andere bauliche Ursachen beteiligt sein. Das gilt besonders, wenn nicht nur die Scheibe, sondern auch die Wand rund um das Fenster feucht wird.
Feuchtigkeit zwischen den Scheiben einer Mehrfachverglasung deutet dagegen häufig darauf hin, dass der Randverbund der Verglasung nicht mehr dicht ist. Dieses Problem lässt sich nicht durch Lüften beheben und sollte fachlich geprüft werden.
Fazit: Beschlagene Fenster nicht ignorieren
Fenster beschlagen von innen, wenn feuchte Raumluft auf eine kalte Scheibe trifft. Regelmäßiges Stoßlüften, angemessenes Heizen und das sofortige Entfernen des Kondenswassers helfen in vielen Fällen. Bleiben Fensterrahmen oder angrenzende Wände dauerhaft feucht, sollte die Ursache genauer untersucht werden.


