Regenwasser von kleineren Dach- oder Pflasterflächen kann unter geeigneten Bedingungen auf dem eigenen Grundstück versickern. Eine flache, begrünte Mulde nimmt das Wasser vorübergehend auf und gibt ihm Zeit, langsam in den Boden einzudringen. Wer eine Versickerungsmulde im Garten anlegen möchte, muss jedoch Boden, Gefälle und örtliche Vorschriften berücksichtigen.
Eine falsch platzierte Mulde kann Wasser zum Gebäude oder auf ein Nachbargrundstück leiten. Vor dem Bau ist deshalb eine sorgfältige Planung unverzichtbar.
Wie funktioniert eine Versickerungsmulde?
Das Regenwasser wird oberirdisch in eine flache Vertiefung geleitet. Dort darf es sich kurzzeitig sammeln und anschließend über die bewachsene Bodenzone versickern. Die Pflanzen und der belebte Oberboden können dabei einen Teil der mitgeführten Stoffe zurückhalten.
Die Mulde ist kein dauerhaftes Gartengewässer. Nach einem Regen sollte das Wasser innerhalb eines angemessenen Zeitraums wieder verschwinden.
Ist der Gartenboden geeignet?
Sehr stark verdichtete oder tonreiche Böden lassen Wasser nur langsam versickern. Reiner Sandboden kann dagegen sehr durchlässig sein. Ein einfacher Versickerungsversuch liefert erste Hinweise, ersetzt bei größeren Anlagen aber keine fachliche Bodenuntersuchung.
Ein hoher Grundwasserstand, Altlasten oder wasserundurchlässige Bodenschichten können gegen die geplante Anlage sprechen. In solchen Fällen ist fachlicher Rat erforderlich.
[yaarp]
Versickerungsmulde im Garten anlegen
Die Mulde wird breit und flach modelliert. Steile Böschungen sind schwer zu pflegen und können bei Starkregen ausspülen. Das benötigte Volumen richtet sich nach der angeschlossenen Fläche, der regionalen Niederschlagsmenge und der Versickerungsfähigkeit des Bodens.
Der Zulauf sollte so gestaltet sein, dass das Wasser die Erde nicht wegspült. Eine flache Rinne, Kies oder größere Steine können die Strömung abbremsen. Ein kontrollierter Notüberlauf ist ebenfalls einzuplanen.
Ausreichenden Abstand zum Gebäude einhalten
Die Mulde darf nicht unmittelbar an Kellerwänden oder Fundamenten liegen. Wie groß der notwendige Abstand sein muss, hängt unter anderem von der Bauweise, dem Gelände und der Bodenbeschaffenheit ab.
Das Gelände muss so modelliert sein, dass auch bei einer überfüllten Mulde kein Wasser zum Haus fließt. Ebenso darf der Überlauf nicht auf benachbarte Grundstücke gerichtet werden.
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Geeignete Pflanzen verwenden
In der Mulde wachsen Pflanzen, die sowohl vorübergehende Nässe als auch längere Trockenphasen vertragen. Die Randbereiche sind meistens trockener als die tiefste Zone. Eine abgestufte Bepflanzung berücksichtigt diese Unterschiede.
Dicht wurzelnde Pflanzen schützen die Oberfläche vor Erosion. Die konkrete Auswahl sollte zum Standort, zum Boden und zu den Lichtverhältnissen passen.
Regelmäßige Pflege
Laub, Schlamm und Abfälle müssen besonders am Zulauf entfernt werden. Verdichtete Stellen werden vorsichtig gelockert, ohne den Aufbau vollständig umzugraben. Nach starkem Regen sollte geprüft werden, ob Ausspülungen oder ungewöhnlich lange Wasseransammlungen entstanden sind.
Vor der Umsetzung sind die kommunalen Vorgaben zur Niederschlagswasserbeseitigung zu prüfen. Für bestimmte Flächen oder Anlagen kann eine Genehmigung erforderlich sein.
Fazit
Eine Versickerungsmulde im Garten anlegen zu lassen oder selbst zu gestalten, kann die Kanalisation entlasten und Regenwasser im natürlichen Kreislauf halten. Voraussetzung sind ein geeigneter Boden, ausreichender Abstand zum Gebäude und eine an die Wassermenge angepasste Dimensionierung.





